
Fahrradfahren in der Stadt © ADFC/Gerhard Westrich
Geräumte Radwege im Herbst: ADFC fordert zentrales Meldesystem
Das Herbstlaub stellt Radfahrende und Straßenmeistereien im ganzen Land vor große Herausforderungen: Nasses Laub erhöht die Unfallgefahr drastisch. Der Fahrradclub ADFC fordert deshalb bessere Räum-Absprachen der Straßenbaulastträger und eine landes
Rutschiges Laub und Verschmutzungen machen viele Radwege im Land unbefahrbar. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Schleswig-Holstein fordert deshalb Radwege zeitgleich mit Autospuren zu räumen und in fahrtauglichem Zustand zu halten.
Stephanie Meyer, Landesvorsitzende des ADFC Schleswig-Holstein, stellt klar:
„Fahrradfahrer*innen sind besonders auf Wege ohne Matsch und Blätter angewiesen. Denn Menschen sind auf dem Rad und zu Fuß besonders verletzlich und können leichter stürzen. Da Laub örtlich sehr unterschiedlich anfällt, sind die Straßenmeistereien auf Meldungen der Radfahrer*innen angewiesen. Das Land Schleswig-Holstein sollte hier handeln und ein landesweites Meldesystem für Räum- und Reparaturbedarfe an Radwegen schaffen!“
Landesweite Meldeplattform Radverkehr wie in Hessen und Baden-Württemberg
Entsprechende landesweite Radwege-Mängelmelder gibt es bereits in Hessen und Baden-Württemberg. Diese bieten Radfahrer*innen die Möglichkeit, niedrigschwellig Meldungen zu tätigen.
Meyer führt aus: „In den wenigsten Fällen wissen die Menschen, wer für den Radweg zuständig ist. Die Zuständigkeit wechselt von Ort zu Ort. Ein zentrales Meldesystem baut diese Hürde ab und leitet die Meldung an die richtige Stelle weiter.“
Bei begrenzten Räumkapazitäten brauchen Fuß- und Radwege deutlich höhere Priorität
Wenn Schleswig-Holstein Fahrradland sein möchte, muss sich auch im Herbst und Winter die Priorität auf die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer*innen verlagern. Das heißt, bei endlichen Ressourcen für den Räum- und Winterdienst müssen Geh- und Radwege eine höhere Priorität vor Straßen erhalten. ADFC-Landesvorsitzende Meyer betont: „Bereits jetzt sind Kommunen verpflichtet, verkehrswichtige innerörtliche Fuß- und Radwege und gefährliche Stellen zu räumen. Und zwar vor Einsetzen des Schul- und Berufsverkehrs nicht erst bei Schnee oder Frost, sondern auch bei Laub und Schmutz.“
Radfahren im Herbst und Winter gut möglich: ADFC-Tipps für Radfahrende
Natürlich seien auch die Radfahrer*innen gefordert, sich an die dunkle Jahreszeit anzupassen. „Hier gilt die Devise: Sehen und gesehen werden. Funktionierende Beleuchtung muss am Rad oder als Anstecklampen in der Tasche stets dabei sein!“, so Meyer: „Denn auch bei Minustemperaturen ist das Fahrrad eine gute Alternative zum Auto – mit der richtigen Kleidung muss man auch beim Radeln nicht frieren!“
Der ADFC empfiehlt Radfahrenden für den Herbst und Winter folgende Maßnahmen:
- Angepasste Kleidung: Es wird helle Kleidung empfohlen. Wem dies aus ästhetischen Gründen nicht gefällt, kann mit reflektierenden Klettbändern an prominenten Stellen, beispielsweise an den Hosenbeinen oder Armen, Abhilfe schaffen.
- Technik pflegen: Nicht nur die Beleuchtung ist wichtig, auch die weitere Technik am Rad sollte gut in Schuss sein. Vor allem natürlich die Bremsen. Die Bremsbeläge verschleißen schneller, denn Nässe und Schmutz auf der Felge wirken hier wie Schmirgelpapier. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher wichtig. Auch freuen sich bewegliche Teile über eine Schmierung.
- Vorausschauend fahren: Im Herbst können feuchte und verschmutzte Fahrbahnen problematisch werden. Auch Laub, selbst wenn es oberflächlich trocken aussieht, kann zu unfreiwilligen Rutschpartien führen, wenn die unteren Laubschichten feucht sind. Die tiefstehende Sonne kann nicht nur einen selbst blenden. Hat man die Sonne im Rücken, sollte man immer damit rechnen, dass zum Beispiel entgegenkommender Abbiegeverkehr Radfahrende nicht erkennt.
Eine Übersicht mit Tipps zur Fahrradpflege, Beleuchtung im Herbst und Winter sowie passender Bekleidung hat der ADFC hier zusammengestellt:
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